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30.07.2020, 15:39 Uhr | Christoph Martin Labaj Übersicht | Druckansicht
„Verdammt zum Blues“
Zum 26. Todestag Ryszard Riedels (1956-1994)


"Verdammt zum Blues“ („Skazany na Bluesa“, 2005), so heißt der biografische Spielfilm, der das Leben eines der größten Rocksängers Polens aller Zeiten porträtiert, eines Oberschlesiers deutscher Abstammung.



Foto
Fotoquelle: Jacek Czyba, Pomnik Ryszarda Riedla w Tychach., CC BY-SA 3.0

Ryszard Riedel kam am 07.09.1956 in Königshütte auf die Welt. Sein Großvater war Mitglied bei den preußischen Freikorps gewesen. Als charismatischer Frontmann der polnischen Blues-Rockgruppe  „Dżem” (Konfitüre bzw. engl. „jam“ - spontanes Musizieren um ein festes Motiv herum) entwickelte sich Ryszard „Rysiek“ Riedel zum Publikumsliebling und veröffentlichte Lieder, die zum Kanon der polnischen Musikszene wurden. Individuell war nicht nur seine Stimme. Seine dunklen langen Haare, Vollbart und Kopftuch bzw. Hut entwickelten sich zu seinem optischen Markenzeichen. Die Musikzeitschrift „Rolling Stone“ kürte ihn einst zum „letzten Hippie unserer Zeit“. Legendär war sein Spruch zu Beginn jedes  Konzerts "Się macie ludzie" ("Seid gegrüßt, Leute"). Riedel sah sich selbst jedoch stets als einen Außenseiter, führte ein Familienleben jenseits vom üppigen Luxus und wies keine Starallüren auf.

Der sympathische und stets den Menschen zugeneigte Künstler besaß jedoch eine große Schwäche – Drogenabhängigkeit, die ihn immer mehr von seinen Musikerkollegen und seiner Außenwelt distanzierte. Jegliche Entziehungskuren schlugen fehl. Dies erschwerte auf Dauer Riedels Musikkarriere, was schließlich in seiner endgültigen Entlassung aus „Dżem“ resultierte. Am 30.07.1994 erlag Ryszard Riedel im Krankenhaus einer Herzinsuffizienz. 2011 wurde das ihm gewidmete zwei Meter hohe Denkmal in Tichau enthüllt.

„Dżem” sind mit anderen Sängern bis heute aktiv. Riedels in Tichau geborener Sohn Sebastian (*1978) ist wiederum Frontmann seiner erfolgreichen Musikrockgruppe „Cree“.



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