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29.07.2020, 10:53 Uhr | Christoph Martin Labaj Übersicht | Druckansicht
Zum 30. Jubiläum des Pontifikalamts in Essen
Bundestreffen der Landsmannschaft der Oberschlesier e.V. zum 22. Tag der Oberschlesier


Am 24.06.1990 fand am 22. Tag der Oberschlesier in der Messe Essen das Bundestreffen der Landsmannschaft der Oberschlesier e.V. statt. Zugleich war es das 40-jährige Jubiläum der Unterzeichnung der Charta der deutschen Heimatvertriebenen in Stuttgart. Aus diesem Anlass leitete der damalige Bischof von Essen, S. Em. Franz Kardinal Hengsbach (1910-1991) das Pontifikalamt.

Zum 30. Jubiläum dieses Ereignisses möchten wir an seine Predigt erinnern.



Foto
Fotoquelle: Christoph Wagener, Franz Hengsbach Bueste, CC BY 3.0

Kardinal Hengsbach zog an dem Tag eine Parallele zu Johannes den Täufer, der den Jüngern verkündete, dass nicht er, sondern Jesus der Messias sei (vgl. Job 1,36). „Diese beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus“ (Joh 1,37). Diese Selbstentscheidung sollten laut Hengsbach alle Christgläubigen treffen, die den 2. Weltkrieg überlebt hatten und mit seinen Folgen leben mussten, denn: 

Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland beginnt nicht erst mit dem Grundgesetz (GG), auch nicht erst mit der freien und sozialen Marktwirtschaft. Am Anfang – und das gilt nicht nur zeitlich – steht das Zeugnis derer, die „auf Christus zeigten“, wenn gefragt wurde, wie es weitergehen solle. Gerade damit hängt zusammen, daß die Heimatvertriebenen nicht auf Rache und Vergeltung für das ihnen widerfahrene Unrecht sannen, sondern zunächst einmal Christen bleiben, ein christliches Leben führen und sich als Christen bewähren wollten. Das reichte von der Sonntagsheiligung und der religiösen Erziehung der Kinder bis zu den politischen Konsequenzen, die sie in der Magna Charta der Heimatvertriebenen am 5. August 1950 in Stuttgart beschlossen, „nach reiflicher Überlegung und nach Prüfung ihres Gewissens“, wie es darin heißt, eine Magna Charta, die eines Friedenspreises würdig ist! Dabei wußten sie auch, daß die Heimat wie eine Mutter ist, die man nicht verlieren kann, auch wenn man sie nicht mehr hat. (Hengsbach)

Johannes hatte diese Zuversicht, obwohl er gegen sie anfechten musste. Diese ‚angefochtene Zuversicht‘ (R. Guardini) erlebten auch die Heimatvertriebenen mit einem Blick auf eine auf eine bessere Zukunft. Hengsbach betont, dass „[d]iese Zuversicht […] gerade heute Erneuerung [braucht], da Grenzen zu Brücken werden und Sprache und Kultur beiderseits der Grenzen auch im Gottesdienst neues Gewicht bekommen und bekommen müssen.“ (Hengsbach)

40 Jahre nach der Unterzeichnung der Charta steht der gemeinsame europäische Gedanke im Mittelpunkt. „Dieses Haus Europa muß auch auf Wahrheit gebaut werden, gewiß auch die geschichtliche Wahrheit, und zwar die ganze Wahrheit. Wahrheit macht frei und verbindet. Sie kann Brücken bauen auch über schmerzliche Grenzen […]. […] Nachbarn haben ihre je eigene Geschichte, oft auch spezifische Probleme. Umso wichtiger ist, daß wir voneinander wissen, worum wir beten, heute vor allem darum: ‚Führe alle, die an dich glauben, auf den Weg des Heiles und des Friedens‘. (Charta der deutschen Heimatvertriebenen).“ (Hengsbach)

Am 14.11.1990 und 17.06.1991 wurden die deutsch-polnischen Verträge beschlossen. Der Gedanke Hengsbachs wird darin wiedergespiegelt, u.a., indem es heißt, dass eine dauerhafte europäische Friedensordnung zu schaffen sei.



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