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02.08.2022, 17:17 Uhr | LdO
Paul Schläger (1930-2022), ein heimattreuer Oberschlesier

Paul Schläger (Facebook)
Herne - Vor einem Monat erreichte uns die traurige Nachricht, dass unser langjähriges Bundesvorstandsmitglied und Bundesozialreferent Dipl.-Ing. Paul Schläger am 02.07. mit 91 Jahren von uns gegangen ist. Paul Schläger war nicht nur unser Landsmann, unser Freund und unser Kollege. Er war ein Brückenpfeiler der Landsmannschaft der Oberschlesier, der uns schmerzhaft fehlen wird.

Begegnete man Paul Schläger, stand man vor einem feinen Mann, der nicht nur sympathisch und wortgewandt war, sondern auch eine Aura ausstrahlte. Er selbst merkte einst in der Korrespondenz mit unserem Bundesvorsitzenden Klaus Plaszczek an, dass er in die Landsmannschaft später dazu kam als die meisten seiner Mitstreiter und hielt sich daher für einen Nachzügler. Ja, stets bescheiden, jedoch enorm im Wissen und Tat.

Paul Schläger wurde am 20.07.1930 im oberschlesischen Beuthen geboren. An der TU Gleiwitz studierte er Ingenieurwissenschaften im Bereich Bergbau und Mineraltechnik. Seinem Beruf ging er zunächst in der Grube Rozbark nach. Für einen Deutschen ohne ein KP-Parteibuch waren seine Karrierechancen begrenzt, weshalb er eine Anstellung im großpolnischen Konin annahm. Aufgrund der politischen Lage in der Volksrepublik Polen gegenüber Bürgern deutscher Herkunft, verließ Schläger unter großen Bemühungen 1968 das Land und kam mit seiner Familie als Aussiedler im Aufnahmelager Unna-Massen an. Von dort aus ging es nach Herne, wo die Familie sich einrichtete. Dank seiner deutschsprachigen Publikationen über den Bergbau in der Woiwodschaft Schlesien und Expertenkenntnissen in Sachen Belüftung im Bergbau, wurde er 20 Jahre lang stellv. Abteilungsleiter bei der Hiberna-Herne AG tätig. Er betreute von da aus mehrere Bergwerke. In seiner neuen Heimat Herne leitete er die Ortsgruppe der Landsmannschaft der Oberschlesier.

Schlägers Liebe zur Heimat galt Oberschlesien, wofür er sich bis an sein Lebensende in Deutschland einsetzte. Als Bundessozialreferent und Träger der goldenen Ehrennadel der Landsmannschaft (seit 2002) betreute er stets Landsleute in sozialrechtlichen Fragen. Er war während der Aussiedlerwelle Berater in Sachen Anerkennung von Rentenanträgen und Berufsabschlüssen, anerkannter Übersetzer und kannte sich im Staatsangehörigkeitsrecht bestens aus. Zugleich engagierte er sich für den Beuthener Heimatkreis in Essen. Im Jahr 2015 gehörte er als Bundessozialreferent zur Delegation der Landsmannschaft, die sich auf den Weg nach Rom machte, um vom Papst Franziskus in einer Audienz empfangen worden. Bei heißem Wetter hielt Schläger an seiner oberschlesischen Bergmannstracht fest, ein Beweis dafür, dass er zu seiner Identität mit Leib und Seele stand. In der Zeit 2011 - 2015 übernahm er auch die Position des Vorsitzenden der Stiftung Haus Oberschlesien in Ratingen. 2019 zog sich Schläger aus seinen ehrenamtlichen Aufgaben zurück, war dennoch weiterhin Ansprechpartner.

Wir behalten Paul Schläger als einen wahren, heimatverbundenen und treuen Oberschlesier.

Wir richten unser herzlichstes Beileid an seine Ehefrau und Familie aus.

Glück auf!


Gemeinsamer Kranz der LdO und SHOS (© M. Schneider Blumen und Friedhofsgärtnerei, Herne)


Kranz der Familie Plaszczek (© M. Schneider Blumen und Friedhofsgärtnerei, Herne)
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