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04.05.2021, 13:19 Uhr | Christoph Martin Labaj
Gedenken an Schlesische Aufstände
Dominik Duda vom Bund der Jugend der deutschen Minderheit berichtet
Schlesische Aufstände vor 100 Jahren
Der kommunale Friedhof in Oppeln soll Ort des neuen Denkmals für die polnischen Aufständischen werden. Quelle: Stadtamt von Oppeln (Visualisierung)
Oppeln/Opole - Historische Wahrheit? Eher einseitiges Heldengedenken!

In Oberschlesien wird einhundert Jahre nach dem Dritten Schlesischen Aufstand noch immer um den Umgang mit den historischen Ereignissen gestritten. Wirft man einen Blick in den aktuellen politischen Diskurs, zeigt sich, dass der Konflikt in den Köpfen noch vorhanden ist. Das Finden eines gemeinsamen Weges des Gedenkens der damaligen Geschehnisse dauert an.

Geplantes Denkmal für polnische Aufständische in Oppeln

Der Stadtrat in Oppeln hat vor den Osterfeiertagen einen Beschluss verabschiedet, der den polnischen Aufständischen aus dem Landkreis Oppeln ein Denkmal setzen soll. Geplant ist dieses auf dem neuen Kommunalfriedhof. Die Sozialkulturelle Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien (SKGD) veröffentlichte als Folge eine Stellungnahme mit dem Wunsch, nicht nur der Opfer einer Seite des Konfliktes zu gedenken. Es solle auch derjenigen, die für einen Verbleib Oberschlesiens bei Deutschland gekämpft haben, gedacht werden. Außerdem sei ein allgemeines, gemeinsames Gedenken der geschichtlichen Ereignisse, bei denen die Schlesier sich in einer Art Bruderkampf gegenüberstanden, wünschenswert, so die Organisation der Deutschen Minderheit in der Oppelner Region.

Oppelns Stadtpräsident Wiśniewski reagierte schnell und erklärte, dass dieses Denkmal das Ziel habe, die Helden der Aufstände, die für das Polentum der Region Oppeln und ihre Zugehörigkeit zu Polen gekämpft haben, zu ehren. Mit der Aussage, niemals diejenigen ehren zu wollen, die auf pro-polnischen Kämpfer geschossen hätten oder schon gar nicht Wehrmachtssoldaten, vermischte der Oppelner Stadtpräsident nolens volens die historischen Ereignisse der Schlesischen Aufstände mit denen des Zweiten Weltkrieges. Dies hinterließ in den sozialen Medien ein negatives Bild der Idee des gemeinschaftlichen Gedenkens mit einigen Hasskommentaren gegen die Deutschen Minderheit in der Folge.

(Arkadiusz Wiśniewskis Statement hier nachzulesen)

Die Gedenktafel von Oberglogau

(In Oberglogau lebt die polnische Mehrheit und die deutsche Minderheit neben- und miteinander. Quelle: raclawice.net)




Einen vergleichbaren Fall gab es in der Kleinstadt Oberglogau. Mitte April beschäftigte sich der Rat der Stadt mit dem Vorschlag des dortigen Bürgermeisters zum Anbringen einer neuen Gedenktafel am bestehenden Denkmal für die Kämpfer der Schlesischen Aufstände. Die Tafel sollte den polnischen Patrioten gewidmet werden, die am Dritten Schlesischen Aufstand teilgenommen haben. Des Weiteren sollte sie als Stifter alle Bürger der Gemeinde Oberglogau eingemeißelt bekommen. Die Mehrheit des Stadtrates war jedoch dagegen, da sie durch diese Tafel alte Ressentiments nicht aufleben lassen wollte. Die Tafel wird nun nicht installiert. Politiker der Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS), die sich in der Oppelner Wojewodschaft in der Opposition befinden, verteidigen die aus ihrer Sicht „historische Wahrheit“ und sehen jede Nachfrage oder Zweifel an der einseitigen nationalen Erinnerungskultur als Angriff auf das Polentum, was einen Dialog der gesellschaftlichen Gruppen derzeit sehr schwierig macht.

Dominik Duda





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