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67. St. Anna-Wallfahrt 
67. St. Anna-Wallfahrt der Oberschlesier, 25.07.2021

Glaubenstreu und heimatverbunden


„Sankt Anna, bitt für uns!“ wird im Refrain des bekannten Kirchen- und Pilgerliedes gerade bei Gottesdiensten um den Festtag der Heiligen Joachim und Anna gesungen – was am Marienwallfahrtsort Altötting vielleicht etwas verwundern mag. Doch Konkurrenzgedanken zur Mutter Mariens und Großmutter von Jesus sind weit gefehlt. Der Heilige Vater Papst Franziskus hat die Wichtigkeit der Großeltern und älteren Menschen, auch als treue Glaubensbewahrer und -vermittler, mit einem Weltgedenktag am letzten Juli-Sonntag ausgerufen – dass dies am vergangenen Wochenende 24./25. Juli 2021 in Altötting gerade mit der 67. St. Anna-Wallfahrt der Oberschlesier zusammentraf, mag eine wunderbare Fügung sein.



Altöttings Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Dr. Klaus Metzl jedenfalls freute sich sehr, dass er trotz Corona-bedingten Einschränkungen etwa 300 Teilnehmer an der 67. St. Anna-Wallfahrt der Oberschlesier herzlich willkommen heißen konnte. Es sei eine gute Tradition und die St. Anna-Basilika mit dem Patronat der hl. Mutter Anna wohl geeignet und ebenso würdig, das auch Erinnerungen an die Wallfahrt zum Annaberg in Oberschlesien im heutigen Polen wachrufe. Metzls herzlicher Gruß galt dem Hauptzelebranten beim Pilgergottesdienst, Weihbischof Reinhard Hauke aus Erfurt, einen guten Freund, der in Passau sein Promotionsstudium abgelegt habe, ebenso das oberschlesische „Pilgerurgestein“ Pfarrer Reimund Schrott aus Nördlingen, der in Bälde seinen 90. Geburtstag feiern könne. Auch Pfarrer Erich Milder aus dem Erzbistum Paderborn konzelebrierte und Diakon Christian Michalski aus der Diözese Augsburg assistierte bei der Eucharistiefeier. Nicht nur die Geistlichkeit, auch die oberschlesischen Pilger und Vertreter der Landsmannschaften, teils in den schönen Trachten der alten Heimat gekleidet, mit ihren Fahnenabordnungen, sehen sich als Heimatvertriebene „aus dem Land unterm Kreuz“. Mit der Altötting-Wallfahrt werde der Auftrag und das Erbe ihrer Vorfahren weitergetragen, zur Bewahrung des Glaubens und kirchlicher Tradition in Verbundenheit mit dem geliebten Oberschlesien: „St. Anna schütze unsere Heimat, Volk und Land, Gott zum Lobe, Preis und Dank, als Bekräftigung darf der oberschlesische Bergmannsgruß ‚Glück auf!‘ nicht fehlen“, wie die beiden Wallfahrtsorganisatoren und Vorsitzenden der Oberschlesischen Landsmannschaft, Kreisgruppe München, Gertrud Müller und Norbert Gröner, stets betonen.

Für den heimatvertriebenen Weihbischof Hauke, der für diesen Wallfahrtstag in Altötting seinen Urlaub unterbrach, liegt im Ziel einer Wallfahrt zur Gottesmutter Maria mit ihrem göttlichen Kind und zur Mutter Anna ein Hoffnungszeichen, denn durch Christi Erlösung wurde uns der Geist Gottes versprochen, um den guten Weg der Liebe zu gehen, „damit das Heil und der Friede in die Welt kommen, die Wahrheit des Glaubens zu erfahren, damit unter Gottes Führung und Fügung der Glaube wächst und wir diesen Glaubensweg weiter beschreiten“. Zu diesem Glaubensweg sieht Pfarrer Schrott, der am Nachmittag bei der Andacht in der Stiftspfarrkirche die Predigt hielt, die Notwendigkeit, Handy-Besitzer zu sein, weltweit vernetzt mit dem Wunderwerk der Technik. Doch den „Draht zum Himmel“ auf Empfang zu stellen könne nur mit einem „religiösen Handy“ funktionieren: „Wer die Perlenschnur des Rosenkranzes in die Hand nimmt zum Gebet, der tritt in direkten Kontakt mit Gott, die Gottesmutter Maria dient dabei als Vermittlerin.“ Und Pfarrer Schrott versicherte: Dieses religiöse Handy helfe im Gegensatz zum herkömmlichen, bei Schlafstörungen und nervösen Leiden, „es hilft, die Herzen zum Guten zu bewegen und für Glauben, Hoffnung und Liebe neu zu entflammen!“ Nach dem eucharistischen Schlusssegen hatte der Vorsitzende der Oberschlesischen Landsmannschaft Bayern, Damian Schwider das Wort: „Wir alle haben gelitten, dass letztes Jahr durch die Corona-Pandemie unsere geliebte St. Anna-Wallfahrt ausfallen musste – so nehmen wir bewusst in Freude und Dankbarkeit das diesjährige „Glaubenslicht aus Altötting“ mit nach Hause. Dann eilte er zur Orgelempore und stimmte das ergreifende Wallfahrtslied „Geleite durch die Wellen, das Schifflein treu und mild, zur heiligen Kapelle, zu deinem Gnadenbild, und hilf ihm in den Stürmen …“ an.

Text und Foto: Roswitha Dorfner/Altöttinger Liebfrauenbote

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