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07.04.2021, 18:08 Uhr | Christoph Martin Labaj
Clausewitz: "Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln"
Carl v. Clausewitz
Clausewitz in der nuklearen Welt - einer der berühmtesten Sätze des Kriegswesens macht seine Runde in Hollywood.
Ratingen - Mit den 1990er Jahren ist Europa in ein neues politisches Zeitalter eingestiegen. Der Sozialismus war zusammengebrochen und aus Regionen wurden Staaten. Nationalistische Gedanken spielten wieder eine aktivere Rolle. Ähnlich wie nach dem 1. Weltkrieg, kam es zu bewaffneten Konflikten, Stichwörter – der Balkan- und der Tschetschenien-Krieg. Zeitgemäß produzierte Hollywood 1995 den fiktionalen Polit-Thriller „Crimson Tide“ (dt. Die purpurne Flut).

Die Handlung spielt inmitten des Tschetschenien-Konflikts auf "Alabama", einem mit Atomsprengköpfen bestückten U-Boot der US-Marine, dessen Ziel Kamtschatka ist. Dort hatte sich ein in Tschetschenien aktiver russischer Extremist den Zugang zum Atomwaffenarsenal verschafft und droht, die gefürchteten Bomben einzusetzen, sofern seine Forderungen nicht erfüllt werden. Sollte seine Drohung nicht nur rhetorisch bleiben, hat "Alabama" den Befehl, einen atomaren Präventivschlag gegen das asiatische Kontinent durchzuführen.

Die Verantwortlichen an Bord sind der Kommandant Ramsey (Gene Hackman) und sein neu dazugekommener Stellvertreter Hunter (Danzel Washington). Ramsey ist ein „Hardliner“, ein „twardziel“, der sich am Kalten Krieg die „Zähne ausgebissen hat“. Er ist ein alter Hase und weiß auch, wie dieser läuft. Impulsiv und autokratisch, schafft er es, seine eingefleischte junge Mannschaft ehrfürchtig zu beeindrucken. Ramsey scheut keinen Krieg. Er will ihn sogar. Ganz anders hingegen agiert der pazifistisch orientierte Hunter. Er ist der intellektuelle „Gentleman“, der philosophisch argumentiert und pädagogisch handelt. 

Die beiden Gegensätze prallen aufeinander, als die Sache ernst wird. Der Oberbefehlshaber vermeldet "Alabama" schriftlich, dass der fanatische Radchenko bereits mit dem Betanken der ihm zur Verfügung stehenden nuklearen Interkontinentalraketen begonnen habe. "Alabama" solle sich nun in Gefechtsposition bringen, um den atomaren Erstschlag durchzuführen. Während die Vorbereitungen laufen, kommt eine zweite Mitteilung aus der Oberbefehlszentrale, die inmitten der Übermittlung abbricht, da das Empfangsgerät ausfällt. Soll das gefechtsbereite U-Boot also seine Raketen abfeuern? Ramsey klammert sich an dem, was er in der Hand hat, nämlich am Abschussbefehl, und erklärt die zweite Mitteilung, aufgrund ihrer Unvollständigkeit, für nichtig. Hunter widerspricht dem und sieht es als notwendig an, den Abschuss aufzuschieben, bis der Empfänger repariert ist. Ramsey will jedoch den größten und endgültigen Coup seiner Militärkarriere landen. Zu verlieren hat er selbst nichts. Es kommt zur Meuterei, die die Mannschaft in zwei verfeindete Lager spaltet.


Hunter (l.) und Ramsey (r.)

Bevor es jedoch so weit ist, unterhält man sich im Speiseraum gemütlich beim Kaffee und Zigarren über Gott und die Welt, und den Krieg. Dabei zitiert Ramsey in Bezug auf die Notwendigkeit der nuklearen Bombardierung Japans 1945 von Clausewitz.

Der nach eigenen Angaben aus einer oberschlesischen Adelsschicht stammende Preuße Carl v. Clausewitz (1780-1831) gilt als einer der bedeutendsten Theoretiker des westlichen Kriegswesens, dessen Entwicklung er maßgeblich beeinflusst hat, und das auch heute noch an Militärakademien gelehrt wird. Sein berühmtester Satz lautet:

Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln
(v. Clausewitz, C.: Vom Kriege. Berlin 1832-34).

Dieses von Ramsey proklamierte Zitat, sorgt für Zündstoff zwischen ihm und Hunter, der die Aussage in Frage stellt. Ramsey fordert ihn zynisch zur Argumentation heraus. Hunter sieht Clausewitzs Aussage aus dem 19. Jahrhundert als nicht mit einer nuklearen Welt vereinbar, wo der Gegner nicht zerstört werden könne. Er geht noch einen Schritt weiter und sagt, dass in einer nuklearen Welt der wahre Gegner der Krieg selbst sei."

Im Abspann wird der Zuschauer darüber informiert, dass Ereignisse wie die im Film ein Umdenken der Befehlszuständigkeit gefordert hätten und der endgültige Abschussbefehl nuklearer Waffen seitdem nur noch vom US-Präsidenten authorisiert werden könne.

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