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30.06.2012, 15:58 Uhr Übersicht | Drucken
Vertreter der deutschen Minderheit und der LdO bei der Sitzung der deutsch-polnischen Parlamentariergruppe im Sejm
Wladarz: Forderungen deutlicher artikulieren!

Am vergangenen Mittwoch, 27. Juni, hat die deutsch-polnische Parlamentariergruppe des Sejm in Warschau getagt. Auf Einladung des Vorsitzenden der Gruppe, des Abgeordneten Marek Krzakala (PO), haben mit Anna Ronin und Anita Pendzialek auch Vertreter der Deutschen Minderheit an der Sitzung teilgenommen. Hinzu geladen war ebenfalls der Bundeskulturreferent der Landsmannschaft der Oberschlesier, Sebastian Wladarz, quasi als Lobbyist für die Deutsche Volksgruppe in Polen.

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v.l.: Henryk Siedlaczek, Anita Pendzialek und Sebastian Wladarz in Warschau

Ziel des Treffens war die Vorbereitung der Visite der deutsch-polnischen Parlamentariergruppe des Bundestages, die vom 9. bis zum 13. Juli in Warschau verweilen wird. Ein wichtiges Thema auf der Tagesordnung wird die Umsetzung der Festlegungen aus der „Gemeinsamen Erklärung“ des Runden Tisches sein. Die Erklärung war anlässlich des 20. Jubiläums des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages von den beiden Regierungen sowie Vertretern der deutschen Minderheit in der Republik Polen und der polnischen Bürger in der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet worden.

„Es ist eine tolle Geste von Marek Krzakala, dass er uns als sachkundige Bürger eingeladen hat, an dieser Beratung teilzunehmen. Hier können wir die Anliegen der Basis vortragen“, freute sich Sebastian Wladarz. So zum Beispiel die Forderung nach einem besseren Zugang zu den Medien.

„Die Deutschen in Polen haben nun nicht wirklich viel Sendezeit in Hörfunk, geschweige denn im Fernsehen. Und wenn, dann zu teilweise absolut unterirdischen Sendezeiten. So erreichen wir die Menschen und die Ziele nicht“, beklagt Wladarz. Aus Berichten wisse man, so der Kulturreferent, dass die deutsche Volksgruppe im Medienbereich mehr Potential habe, als derzeit zur Entfaltung zugelassen wird. So sei zum Beispiel die Redaktion „Mittendrin“ (Ratibor) im Bezirk Schlesien technisch und personell in der Lage eine eigene Fernsehsendung in Angriff zu nehmen. Es scheitere aber leider an fehlender Sendezeit.

Die Redaktionsleiterin von „Mittendrin“ plädierte auch für eine Medienvielfalt innerhalb der deutschen Volksgruppe. Dies kann Sebastian Wladarz, akademischer PR-Berater, nur unterstützen: „Wir haben heute keine homogenen Gruppen mehr. Die Zielgruppen sind, so sagt man im Fachjargon, atomisiert. Man kann sie nicht alle durch die gleichen Medien und Kanäle erreichen. Sie sind im Oppelner Raum anders strukturiert als in Ratibor oder Kattowitz und in Breslau wieder anders. Daher würde jede Zentralisierung dem Bestreben zuwider laufen, möglichst viele Menschen anzusprechen“.

Ein weiteres wichtiges Thema, das die Vertreter der deutschen Minderheit ansprachen, war die Bildung. „Die Existenzgrundlage der Volksgruppe ist die Sprache. Sie ist Grundlage für die Kultur und Identität“, stellt Wladarz klar. Er sei deshalb etwas enttäuscht, dass seitens der politischen Vertretung der Deutschen im polnischen Parlament nicht viel stärker und dringlicher darauf gepocht wurde, dass deutsche Kindergärten und Grundschulen dringend notwendig sind. „Gerade als die Vertreter der polnischen Administration erwähnten, dass es eben noch keine deutsche Schule in Polen gibt, hätte man durchaus noch die Dringlichkeit solcher Einrichtungen durch den Bericht des Europarates zur Umsetzung der Sprachencharta in Polen unterstreichen können. Zumal es politische Kräfte im polnischen Parlament gibt, die sich immer wieder auf das Vorbildhafte polnische Minderheitengesetz berufen, deren Umsetzung aber gelegentlich aus den Augen verlieren“, zeigt Wladarz auf.

Dies gelte es dann bei den bilateralen Konsultationen anzubringen. „Es hilft uns nicht, wie in der Sitzung geschehen, direkt auf die Bilingualität herabzugleiten. Die polnische Regierung hat sich zur Einrichtung von muttersprachlichen Schulen verpflichtet und dass muss die Forderung der Deutschen in Polen sein. Zumal VdG-Präsident Gaida genau diese Forderung in einem Schreiben an Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert klar geäußert hat. Wenn ich die Gelegenheit dazu erhalte, werde ich es ansprechen“. Die Minderheit müsse in solchen Runden etwas energischer auftreten. „Die Abgeordnete Arciszewska hatte nämlich in der Sitzung in einer Sache völlig Recht. Solche Runden sind nicht dazu da, sich gegenseitig zu streicheln. Wenn wir Fortschritte erzielen wollen, müssen kritische und strittige Themen klar auf den Tisch. Hier hat man das Gefühl, das die Deutschen in Polen noch etwas zu brav sind“, glaubt Wladarz.

Etwas schade findet der Kulturreferent auch, dass es keine Gelegenheit gab, mit dem einzigen Parlamentarier der Deutschen im Sejm zu sprechen. „Herr Galla war sehr schnell weg. Es fanden parallel Ausschusssitzungen statt, daher gab es sicherlich zeitliche Engpässe. Schade ist es trotzdem, denn man hat nicht oft die Gelegenheit, sich in Warschau zu treffen“, bedauert Wladarz und freut sich umso mehr, dass der Abgeordnete Henryk Siedlaczek aus Ratibor sich Zeit genommen und die Gäste durch den Sejmkomplex geführt hat.

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