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08.03.2016, 11:31 Uhr | Sebastian Wladarz Übersicht | Druckansicht
„Gemeinsam für Nieder- und Oberschlesien“
Spitzen der schlesischen Landsmannschaften berieten über künftige Zusammenarbeit


Die beiden schlesischen Landsmannschaften, die Landsmannschaft Schlesien und die Landsmannschaft der Oberschlesier wollen zukünftig enger zusammenarbeiten. Wie die Vorsitzenden der beiden Verbände mitteilen, wurde bei einem Spitzentreffen eine gemeinsame Erklärung „Gemeinsam für Nieder- und Oberschlesien“ diskutiert, die – nach finaler Abstimmung – in die Gremien zur Beratung eingebracht werden soll. Die Erklärung sieht im Wesentlichen drei Punkte vor.


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Ständiger Rat bei Hartmut Koschyk (Foto: koschyk.de)
Erstens soll es den untersten Gliederungen (Orts- und Kreisgruppen) möglich sein, unter Beibehaltung der vereinsrechtlichen Selbständigkeit, zu kooperieren. „Vordergründig ist der Erhalt von Struktur und Angebot. Dort, wo eine Landsmannschaft eine aktive Gruppe hat und die andere nicht mehr so stark ist, kann eine gemischte Gruppe entstehen und die Personen dennoch Mitglied im eigenen Verband bleiben. So passiert dies zurzeit in Köln“, erklären die Bundesvorsitzenden Rauhut (LMS) und Plaszczek (LdO). Wichtig sei, dass einerseits für die Zielgruppen der Landsmannschaften ein Angebot vor Ort bereit stehe und andererseits auch immer eine Alternative zur Aufgabe von Gruppen aufgezeigt werde. Auch die Landesgruppen können durchaus bei Veranstaltungen oder Gedenktagen zusammenarbeiten. „Dabei können besser Synergien genutzt werden, als wenn jeder für sich plant. Auch das ist ja hier und dort schon Realität“, so die beiden Vorsitzenden.

Der zweite Punkt ist der gemeinsame Auftritt nach außen. „Wir haben ja durchaus gemeinsame Ziele. Auch wenn zum Beispiel die Stärke der deutschen Volksgruppe in unseren Heimatgebieten unterschiedlich ausgeprägt ist, bei Themen wie Wahlrecht für Auslandsdeutsche, deutschsprachige Bildung für unsere Landsleute in Polen oder Entschädigung deutscher Zwangsarbeiter müssen wir enger zusammenrücken“, zeigt sich Plaszczek überzeugt. Daher wolle man sich mit den geschäftsführenden Bundesvorständen mindestens einmal im Jahr zum Gedankenaustausch treffen und über Arbeitsschwerpunkte abstimmen. Auch die Bundesgeschäftsführer sollen ihre Zusammenarbeit intensivieren. „In der Vergangenheit haben sich die Geschäftsstellen immer häufiger ausgetauscht, das kann noch ausgebaut werden“, ist sich Stephan Rauhut sicher. Gemeinsame Pressemitteilungen, Reisen in die Heimat oder auch Veranstaltungen sind beispielhafte Felder der Kooperation, die befördert werden soll. Schließlich wolle man sich auch bei Auftritten in übergeordneten Institutionen, Organisationen und beim politischen Lobbying abstimmen, „da wir zusammen nunmal eine stärkere Stimme haben“. Bisher war die Zusammenarbeit immer wieder an Personen gescheitert, „doch das können wir uns in der heutigen Zeit gar nicht mehr erlauben“, macht der gebürtige Hindenburger Klaus Plaszczek deutlich.

Überhaupt ist engere Zusammenarbeit, auch mit anderen Landsmannschaften, ein Hauptthema des Spitzengesprächs gewesen. Als dritten Punkt nennen die Vorsitzenden nämlich den Ständigen Rat der ostdeutschen Landsmannschaften (kurz: Ständiger Rat). Dieser vereinigt die Landsmannschaften, deren Heimatgebiete im heutigen Polen liegen. Der Ständige Rat war insbesondere nach der politischen Wende in Polen in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts aktiv. Mehrere Reisen nach Warschau wurden unternommen und Gespräche mit Spitzenpolitikern wie Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki (+2015) geführt. „Ich habe damals das gute Gefühl gehabt, dass wir der polnischen Politik durch das persönliche Gespräch viele Ängste und Vorbehalte gegenüber Vertriebenenverbänden genommen haben“, erinnert sich Klaus Plaszczek, heute dienstältester Vorsitzender im Ständigen Rat. Leider sei die Aktivität des Gremiums, auch bedingt durch personalpolitische Fragen, länger eingefroren gewesen. „Die unsägliche Diskussion über die so genannte Preußische Treuhand“ hat den Dialog zunichte gemacht“, bedauert der gebürtige Görlitzer Rauhut. Jetzt wollen beide schlesischen Landsmannschaften in der Hinsicht weiterkommen. „Wir wollen konkreter und verlässlicher Ansprechpartner für die Regierungen in Berlin und Warschau, aber auch für den Verband deutscher Gesellschaften (VdG) in Polen, als Dachverband unserer in Polen lebenden Landsleute sein“, betonen beide Landsmannschaftschefs. Es gebe genügend Herausforderungen, die es zusammen zu bewältigen gibt.

Die beiden Vorsitzenden bewegt vor allem die Erkenntnis, dass man den Übergang von der scheidenden Erlebnisgeneration zur Bekenntnisgeneration schaffen müsse. „Etwa 800 Jahre deutsche Geschichte im ehemaligen deutschen Osten können wir nicht einfach der Vergessenheit preisgeben“. Deshalb werde auch eine Zusammenarbeit in Sachen Jugendarbeit und Jugendprojekte angestrebt. Gerade die Enkelgeneration interessiere sich zunehmend für die Heimat der Großeltern. Das solle positiv genutzt werden, und zwar gemeinsam für Nieder- und Oberschlesien.


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