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23.03.2012, 10:08 Uhr Übersicht | Drucken
Experten zur Situation der Deutschen in Polen: "Bundesregierung muss sagen, was sie will"
Bundeskulturreferent der Oberschlesier, Sebastian Wladarz, zu Gast bei Minderheitenkonferenz in Tutzing

Klare Worte zur Situation der deutschen Volksgruppe in Polen fanden Experten gestern auf einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion im Rahmen der Konferenz „Minderheiten in Europa“ im bayerischen Tutzing, an der als Gast auch der Bundesreferent der Landsmannschaft der Oberschlesier, Sebastian Wladarz (Ratingen), teilnahm.

„Ganz klar, Ihr braucht ein solides Schulsystem und den Zugang zu Medien. Hier muss Deutschland klar erklären, was es will. Es ist ein ehrlicher Dialog zwischen deutscher Minderheit und der Bundesregierung notwendig“, betonte energisch der Direktor der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV), Jan Diedrichsen in Richtung seines Podiumskollegen Bernard Gaida, seines Zeichens Vorsitzender des Dachverbandes der Deutschen in Polen (VdG). Dieser hatte zuvor die Lage der deutschen Volksgruppe, bei allen Fortschritten, in sprachlicher Hinsicht als schwierig geschildert. Man habe die Deutschen in der Zeit des Kommunismus jahrzehntelang von der Sprache abgeschnitten. Daher gehe es jetzt oft nicht um die Erhaltung und Festigung der Sprachbindung, sondern vielmehr um eine Neuanbindung, ein Wiedererlernen der Sprache. Dies sei ohne ein deutsches Bildungssystem nicht machbar, so der Vorsitzende des VdG.
„In der Tat, ohne Sprachbindung keine kulturelle Identität. Ohne deutsche Bildung keine Sprachbindung. Hier kritisiert der Europarat zu Recht die Situation der Deutschen in Polen“, bekräftigt Wladarz die Aussagen. In dieser Hinsicht habe aber gerade der Vertreter der Bundesrepublik Deutschland auf den Podium, der deutsche Botschafter in Warschau, eine unscharfe Position eingenommen. Wladarz: „Einerseits bekräftigte Freiherr von Fritsch die Notwendigkeit einer Angebotspolitik für die deutsche Volksgruppe in Polen. Als es dann aber zum Thema deutsche Schulen kam, beeilte er sich, zu betonen, dass sich die Bundesrepublik und sicherlich auch die Republik Polen, gemäß dem Selbstbestimmungsrecht, selbstverständlich nach der Nachfrage aus der deutschen Volksgruppe richten werde“. Hier spiele von Fritsch, „übrigens seltsamerweise auch im Namen der Republik Polen“, den Ball bewusst wieder in Richtung der deutschen Volksgruppe, „und zwar wohl wissend, dass der VdG in Person von Bernard Gaida u.a. gegenüber dem Präsidenten des Deutschen Bundestages die Forderung nach deutschen Schulen klar und deutlich geäußert hat“, äußert Wladarz offen seine Irritation. Seiner Ansicht nach entstehe hier wieder ein fruchtloses „Mittelfeldgeplänkel“ und die klar formulierte Frage, „Was will Deutschland?“ bleibe unbeantwortet.
Das Dilemma der Bundesregierung habe seine volle Entfaltung gezeigt, als die polnische Generalkonsulin in München, Elzbieta Sobotka, am Ende der Diskussion die vermeintlich fehlende Symmetrie in der Umsetzung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages angesprochen habe. Das kommentiert Wladarz so: „Nicht dass Irritationen aufkommen, Frau Sobotka hat insgesamt einen sehr europäisch ausgerichteten und versöhnlichen Vortrag gehalten. Dass die Symmetrie angesprochen wurde zeigt jedoch, wie in der polnischen Ministerialadministration auf Regierungsebene gedacht wird. Dies ist aber genau der Raum, in dem über deutsch-polnische Angelegenheiten verhandelt wird. Wenn ich also Botschafter von Fritsch und Generalkonsulin Sobotka höre, wird mir das Spannungsfeld bewusst, in dem unsere Landsleute in Polen stecken“.
Insgesamt aber sei die Forderung der Experten richtig, wenn sie sagen: „die Deutschen in Polen brauchen Unterstützung, und zwar von polnische und deutscher Regierungsseite“.

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