Landsmannschaft der Oberschlesier e.V. - Heimat ∙ Vaterland ∙ Europa 
02:25 Uhr | 23.08.2017 StartseiteStartseiteKontaktKontaktImpressumImpressumSitemapInhaltsverzeichnis
 







RP-Topnews
Einkaufen und Landsmannschaft unterstützen - klicke hier!
Neuigkeiten
05.02.2016, 09:34 Uhr | Sebastian Wladarz Übersicht | Druckansicht
Navracsics: Wir müssen das kulturelle und sprachliche Erbe Europas bewahren
Landsmannschaft diskutierte im Europäischen Parlament mit EU-Bildungskommissar


Am vergangenen Donnerstag konnte die Landsmannschaft der Oberschlesier an einer Debatte mit EU-Bildungskommissar Tibor Navrcics (HU, Fidesz, EVP) teilnehmen. Bundesgeschäftsführer Sebastian Wladarz vertritt den Verband im Unterausschuss (Intergroup) für traditionelle Minderheiten des Europäischen Parlaments.


Foto
Sebastian Wladarz mit Bernd Posselt (li.) im Europaparlament
In seinem Eingangsstatement betonte der Kommissar, dass die kulturelle Vielfalt einer der Grundpfeiler der Europäischen Union sei. In der EU gäbe es etwa 80 autochtone Sprachen. Dieses Erbe gelte es, zu schützen. Zugleich räumte er ein, dass die EU keine legale (gesetzliche) Kompetenz besitze, in die Bildungsangelegenheiten der Mitgliedsstaaten eizugreifen. Im Minderheitenbereich seien die Kompetenzen von EU-Institutionen praktisch nicht vorhanden. Auch die EU-Grundrechtecharta könne lediglich dann Anwendung finden, wenn man einem Mitgliedstaat Verstöße bei der Anwendung von Unionsrecht nachweisen könne. Allerdings wies Tibor Navracics darauf hin, dass der politische Diskurs durchaus auf der Ebene des Europarates geführt werden könne, in dessen Zuständigkeitsbereich die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen falle.

In der darauffolgenden Diskussion kristallisierte sich heraus, dass die Mitglieder des Unterausschusses deutlich unzufrieden mit der Umsetzung der Minderheitenrechte in den einzelnen Mitgliedsstaaten sind. "Gerade in Bezug auf die Bildung in Minderheitensprachen wurde immer wieder von deutlichen Defiziten gesprochen. Der Kollege József Nagy forderte gar eine Garantie des Unterrichts in Minderheitensprachen. Das unterstützen wir selbstverständlich auch", sagt Sebastian Wladarz.

Der Kommissar gab zu, dass die EU etwas zu wenig für die Umsetzung der kulturellen und sprachlichen Vielfalt tue. Man habe keinen eigenen Kommissar für Mehrsprachigkeit mehr und auch in der Verwaltung seien weniger administrative Einheiten mit der Thematik befasst, als früher. Und so kam in der Debatte die Frage auf, ob in die neue Konzeption der EU-Kommission zur sprachlichen Vielfalt die Minderheitensprachen einfluss finden würden. Auch wurde gefordert, die EU müsse mehr in Medien in Minderheitensprachen investieren. Darauf entgegnete Navracsics, dass Kommissar Oettinger bestimmte Gelder für solche Projekte durchaus zur Verfügung stellen könnte.

Insgesamt war die Diskussion sehr engagiert. Zwar betonte der Kommissar immer wieder die fehlende legale Grundlage für eine Intervention bei den Mitgliedsstaaten, gleichzeitig gab er aber zu, dass selbstverständlich inoffiziell der Dialog geführt werden könne. Dabei sei der Unterausschuss ein wichtiger strategischer Partner. Navracsics warb intensiv dafür, die Instrumente des Europarates zu nutzen, um auch dort Druck auf einzelne Staaten auszuüben, die bei der Umsetzung der Europäischen Sprachencharta "hinterherhinken".

Am Rande der Sitzung hatte Bundesgeschäftsführer Sebastian Wladarz die Gelegenheit, sich mit dem ehemaligen Vorsitzenden des Unterausschusses und Ex-Europaabgeordneten Bernd Posselt auszutauschen. Posselt ist Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Deutschland. Man kam überein, dass der Transformationsprozess bei den Landsmannschaften weitergegen müsse, ohne den Kern aufzugeben. Insbesondere die Zusammenarbeit mit den Heimatgebieten biete gute Zukunftsperspektiven.


Ältere Artikel finden Sie in unserem Archiv.
Zurück zur Übersicht.
LdO beim Papst


News-Ticker
Presseschau
Suche
Newsletter abonnieren
Bleiben Sie stets auf dem Laufenden!
Ihre E-Mail Adresse:

 
Termine
Impressionen
 
 
   
0.20 sec. | 119571 Visits